DIE GEHENDE NATUR
Ja, wir sind Vagabunden auf Erden. Wir irren durch die Straßen und heulen, manchmal kriechen wir, manchmal gehen wir aufrecht und trampeln einander nieder. (Landstrykere, 1927)
Die Figur des Wanderers ist ein wiederkehrendes Motiv in Hamsuns Werken, von Hunger (1890) bis Überwucherte Pfade (1949).
Die Romane „ Unter dem Herbststern “ (1906), „Ein Wanderer spielt mit einem Stummen“ (1909) und „Die letzte Freude“ (1912) werden oft als Wanderer-Trilogie bezeichnet. In diesen Büchern begegnen wir dem alternden Wanderer Knut Pedersen, der ein kritisches Porträt des Zeitgeistes zeichnet. Auch in der August-Trilogie spielt das Wandern eine zentrale Rolle, insbesondere in der Darstellung von Edevart und August in „Landstrykere“ .
Hamsuns Wandererfigur ist meist an Landstraßen anzutreffen, doch auch das Meer dient ihm als Wanderareal, wie etwa im Fall von August. In Markens grøde (1917) begegnen wir Isak, einem rastlosen Wanderer.
Knut Hamsun selbst war gewissermaßen ein Wandergeselle, der unter anderem auf Hamarøy, in Gudbrandsdalen, Kristiania, Kopenhagen, in Amerika und in einer Reihe norwegischer Städte weilte.