SELBSTHERSTELLUNG

Ich werde mich erinnern, dass ich einmal in der Kirche zum Altar ging. Es war bei meiner Firmung. Der Priester gab mir etwas in den Mund und ließ mich anschließend einen Schluck aus einem Glas trinken. Viele Leute um mich herum sahen zu, aber sie hielten sich zurück und lächelten nicht. Warum erinnere ich mich jetzt daran? Es hat keinen Nutzen für mich und es steckt keine Weisheit darin. Es reißt mich einfach mit, weil ich glücklich und aufgeregt bin. Ich glaube, es heißt Hugskott. (Auf überwucherten Pfaden, 1949)

Hamsun verwendete in seiner Dichtung oft Details aus seinem eigenen Leben, und die Unterscheidung zwischen Leben und Fiktion ist nicht immer klar.

Hamsun ließ sich von Ereignissen und Menschen inspirieren, denen er begegnet war, und verarbeitete auch eigene Lebenserfahrungen. In der Wanderer-Trilogie gibt er der Hauptfigur seinen Geburtsnamen Knut Pedersen, und in Markens grøde (1917) schildert Sheriff Geissler eine Kindheitserinnerung aus Lom im Gudbrandsdalen, wo Hamsun selbst seine ersten drei Lebensjahre verbracht hatte.

Die deutlichste Verwendung des Begriffs durch ihn selbst findet sich im Reisebericht In Fairyland (1903), in dem Hamsun von einer Reise in den Orient berichtet, die er mit seiner damaligen Frau Bergljot Göpfert unternahm.

Die faszinierendste Selbstdarstellung findet sich jedoch in På jengrodde stier (1949), wo die Mischung aus Biografie und Fiktion ein interessantes Bild des alternden und stigmatisierten Privatmanns und Schriftstellers Knut Hamsun in der Zeit unmittelbar nach anderen liefert.

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