NORDEN

Ich erinnere mich an eine einsame Nacht aus meiner Kindheit in Nordland, eine stille Sommernacht in der Sonne. Ich kam in einem Boot herbeigerudert, doch ich ruderte nicht, sondern humpelte und saß mit dem Gesicht nach vorn gewandt im Boot. Alle Seevögel schwiegen, und an Land war kein Leben zu sehen. Da tauchte ein Kopf aus dem glitzernden Wasser auf, das Wasser glänzte an ihm. Es war wohl eine Robbe, doch es wirkte wie ein Wesen von einem anderen Stern. Es lag da, blickte mich mit offenen Augen an und schien nachdenklich. Sein Blick war wie der eines Menschen … (Im Wunderland, 1903)

Hamsun wurde in Gudbrandsdalen geboren, doch seine Familie zog nach Hamarøy in Nordland, als er drei Jahre alt war. Obwohl er Nordnorwegen schließlich verließ, verteidigte und förderte er weiterhin nordnorwegische Werte.

In „Der Theologe im Feenland“ (1910) verspottet er Priester, die sich einer Stelle im Norden entziehen wollen. Die nordnorwegische Natur, das gesellschaftliche Leben und die Sprache spielen eine zentrale Rolle in seiner Dichtung. In „Pan“ (1894) bildet die nordnorwegische Natur die Grundlage für Glahns traumartige Erlebnisse. Im selben Buch, aber auch in „Benoni“ und „Rosa“ (beide 1908), sind der Handelsposten und der König Mack von Bedeutung für die Handlung.

Hamsuns Verwendung der nordnorwegischen Sprache in seinen fiktionalen Werken war neuartig, und die Mischung aus missverstandenen Fremdwörtern, redundanten Bibelstellen und nordnorwegischen Wörtern und Ausdrücken bildete das Wesen von Hamsun, dem Sprachkünstler.

Hamsuns Darstellungen der nordischen Länder tauchen in regelmäßigen Abständen in seinen Schriften auf, von Pan (1894) bis August (1930).

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