KRIEG

Plötzlich fielen Schüsse, zwei Schüsse. Panik ergriff die Menge, die unter ohrenbetäubendem Geschrei in die Seitenstraßen stürmte; gleichzeitig nutzte die Polizei das Wohnhaus, um dem Paket in verschiedene Richtungen hinterherzujagen, es niederzutrampeln und mit Säbeln darauf einzuschlagen. In diesem Moment herrschte Kriegsstimmung. („Eine Straßenrevolution“, Krattskog, 1903)

Hamsun erlebte zwei Kriege.

Während des Ersten Weltkriegs war Hamsun, wie einige andere prominente Kulturschaffende, deutschfreundlich. Er äußerte seine Ansichten in einer Reihe von Zeitungsartikeln, darunter „Die Schuld gegenüber Deutschland“ (1914) und „Brief an den Klassenkampf“ (1916), in dem er Deutschlands Kriegseinsatz in Europa verteidigte.

Während des Zweiten Weltkriegs äußerte Hamsun frühzeitig seine Unterstützung für Deutschland. Bereits am 14. April 1940, fünf Tage nach dem Einmarsch in Norwegen, schrieb er den Artikel „Ein Wort an uns“, in dem er behauptete, Deutschland verteidige Norwegen vor weiteren Angriffen Englands.

In seinen fiktionalen Werken thematisiert Hamsun Kriegshandlungen nicht direkt, obwohl er in Markens grøde (1917) schreibt, dass Isak „in blutbeflecktem Boden sät“.

Vorherige
Vorherige

LITERATUR

Nächste
Nächste

POLITIK