DER RING ENDETE
„Wenn Leute am Pier auf das Küstenboot warten, bringt es ihnen zwar kein Einkommen, aber auch keine Ausgaben; es gleicht sich aus, vielleicht mit einem Abzug für abgenutzte Schuhe. Es schadet nicht wirklich, aber selten bleibt jemandem noch etwas übrig. Ein besonderes Erlebnis, ein himmlischer Anblick, ein wahrer Segen? Nein, nein! Ein paar Leute und Kisten an Land, ein paar Leute und Kisten an Bord. Niemand sagt etwas, weder der Steuermann noch der Angestellte am Kai brauchen ein Wort, sie schauen sich die Papiere an und nicken. Das ist alles.“
1936
„Der Ring ist zerbrochen“ (1936) ist Hamsuns letzter Roman im traditionellen Stil. Der Titel verweist somit sowohl auf den Abschluss seiner schriftstellerischen Laufbahn als auch auf die Darstellung des Lebens der Hauptfigur Abel Brodersen.
Der Roman spielt in einer Kleinstadt, in die Abel nach dem Tod seines Vaters, eines Schiffskapitäns, zurückkehrt. Er erbt Geld und hat Kontakt zu dessen junger Frau Lolla. Doch Abel wirkt resigniert und wie ein Außenseiter, und selbst seine erotischen Beziehungen zu Lili und Olga geben ihm keine neue Lebensfreude. Der Gedanke an seine Mitschuld am Tod seiner Frau Angèle quält ihn, und sein Verfall wird immer deutlicher. Der Roman endet damit, dass er nach Amerika segelt, angeblich um seine Verfehlungen zu sühnen.
Atle Kittang argumentiert, dass in „The Ring is Broken“ die Gesellschaftskritik durch Desillusionierung ersetzt wird.