REISENDE
„Zwei Männer kamen vom benachbarten Bauernhof nach Norden getrottet, sie hatten dunkle Gesichter und dünne, graue Bärte, einer von ihnen trug ein Blasinstrument auf dem Rücken. Niemand im ganzen Weiler hatte von diesem Tag an etwas Besonderes erwartet, aber dann erschienen diese beiden Fremden, sie traten an eine gut sichtbare Stelle zwischen den Häusern, stellten das Blasinstrument auf einen Pfahl und begannen zu spielen.“
1927
Wanderers (1927) ist der erste Band der sogenannten August-Trilogie.
In der kleinen, armen Stadt Polden in Nordland begegnet der junge Edevart Andreassen dem erfahreneren Seemann und Geschichtenerzähler August. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Hausierertour entlang der norwegischen Küste. Auf einer dieser Fahrten lernt Edevart die Liebe seines Lebens kennen, die verheiratete Lovise Magrete. Sie leben eine kurze Zeit zusammen in dem kleinen Idyll Doppen, bevor sie nach Amerika aufbricht. Edevart und Lovise Magrete treffen sich später wieder, doch ihre Rastlosigkeit verhindert ein dauerhaftes Glück.
Mit Edevart und August gelingt Hamsun eine psychologische Darstellung der Vagabunden, die nirgends Frieden oder Glück finden.
Während „Landstrykere“ eine realistische Darstellung der Ursachen der Auswanderungswelle in Norwegen in den 1860er Jahren bietet, liefert der Roman auch eine psychologische Erklärung für die Unruhe und Rastlosigkeit des modernen Menschen.
„Sie redeten und redeten in ihrem seltsamen nordischen Dialekt, es waren viele markante, unerwartete Wörter, es war verrückt bis hin zur Kunst, aber es brachte ihre Meinungen zum Ausdruck.“