DIE LETZTE FREUDE
„Nun bin ich in den Wald gegangen. Nicht deswegen, ich bin durch nichts beleidigt oder besonders verletzt von der Bosheit der Menschen; aber wenn der Wald nicht zu mir kommt, muss ich zu ihm gehen. So ist es. Diesmal bin ich nicht als Sklave und Vagabund ausgezogen. Ich bin reich und überfüttert, schläfrig vom Wohlstand, vom Glück, verstehst du? Ich habe die Welt verlassen, wie ein Sultan fettes Essen, Harem und Blumen zurücklässt und sein Bußhemd anlegt. Ich könnte wohl auch etwas Wichtigeres daraus machen. Denn ich werde hierher gehen und nachdenken und große Eisen rot färben. Nietzsche hätte wohl so etwas gesagt wie: Das letzte Wort, das ich zu den Menschen sagte, war gerechtfertigt, die Menschen nickten. Aber dies war mein letztes Wort, ich ging in den Wald. Denn da begriff ich, dass ich entweder etwas Unehrliches oder etwas Dummes gesagt hatte … Ich sprach nicht in diese Richtung, sondern ging einfach in den Wald.“
„Ich werde die Nacht schwächen, indem ich gegen sie anschreie, sonst wird sie mir auf geheimnisvolle Weise all meine Kraft rauben und mich willenlos machen.“
„Sich zurückzuziehen und in der Einsamkeit des Waldes zu verweilen, umgeben von angenehmer Dunkelheit. Das ist die größte Freude.“
1912
„Die letzte Freude“ (1912) ist der letzte Band der Wanderer-Trilogie und Hamsuns letzter Roman in der Ich-Perspektive.
Der Erzähler findet sich in Torahus wieder, einer Pension in den Bergen. Dort verliebt er sich in die junge Lehrerin Ingeborg Torsen, doch die Liebe bleibt platonisch. Ingeborg wird zum Sinnbild der neuen Frau, des Torsen-Typs: eine Karrierefrau, die ihr Leben mit Belanglosigkeiten vergeudet. Ihre Rettung findet sie in der Begegnung mit dem stämmigen Bauern Nikolai und ihrem Leben als Bäuerin und Mutter.
Die sozialkritischen Tendenzen von „A Wanderer's Play with a Mute“ werden verstärkt, und „The Last Joy“ entbehrt sowohl der melancholischen als auch der lyrischen Stimmung der beiden vorherigen Wanderer-Bücher.