IM MÄRCHENLAND

„Wir werden im September in St. Petersburg sein. Ich reise mit einem Staatsstipendium in den Kaukasus, in den Orient, nach Persien und in die Türkei. Wir kommen aus Finnland, wo wir ein Jahr lang gelebt haben. Auf neunzehn sumpfigen Inseln ließ Peter der Große vor genau zweihundert Jahren eine Stadt errichten. Die Newa durchzieht die Stadt überall; sie ist seltsam zerrissen, stückweise und auf seltsame Weise vermischt: Prächtige westeuropäische Kasernen stehen neben byzantinischen Kuppelbauten und entzückenden Lehmhäusern.“ „Ich sitze hier und bin zu Hause, das heißt, fort, das heißt, auf meine eigene Art.“ (Im Wunderland, 1903)

1903

Im September 1899 unternahm Knut Hamsun mit seiner Frau Bergljot eine Reise von Finnland über Russland und den Kaukasus in die Türkei. Die Reise führte zu dem subjektiven Reisebericht „Im Wunderland. Erlebnisse und Träume im Kaukasus “ (1903).

Das Buch ist in einem leichten und humorvollen Stil verfasst, durchsetzt mit wunderschönen, lyrischen Naturbeschreibungen. Hamsun begegnet dem Osten durchweg positiv und zieht Parallelen zwischen dessen Natur und seiner Heimat Nordland. Wie das Drama „Queen Tamara“ (1903) ist auch „ Im Wunderland“ in seiner Darstellung des muslimischen Glaubens und seiner Werte sehr positiv und aufgeschlossen.

Hamsun bezeichnete die Reise in den Kaukasus später als „die einzige Reise, die ich in meinem Leben unternommen habe“ und glaubte lange Zeit, dass das Buch das Beste sei, was er je geschrieben habe.

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