EIN WALKER SPIELT MIT EINEM STUMMEN

„Dieses Jahr wird es bestimmt viele Beeren geben. Preiselbeeren, Heidelbeeren und Moltebeeren. Nicht, dass man sich nur von Beeren ernähren könnte. Aber es ist schön, dass sie da auf dem Feld wachsen und eine Augenweide sind. Und oft sind sie auch erfrischend, wenn man durstig und hungrig ist. Darüber habe ich gestern Abend nachgedacht.“

1909

Ein Wanderer spielt mit einem Stummen (1909) ist der zweite Band der Wanderer-Trilogie.

Sechs Jahre sind seit den Ereignissen in „Unter dem Hof“ vergangen, und Knut Pedersen ist zurück auf dem Kapitänshof Øvrebø. Ein allgemeiner Verfall hat sich an Gebäuden und Bewohnern breitgemacht, und das Ehepaar Falkenberg ist einander untreu. Knut Pedersen versucht, der Passivität und dem Verfall mit verschiedenen Projekten auf und um den Hof entgegenzuwirken, jedoch vergeblich. Schließlich ertrinkt Lovise Falkenberg, die nun von ihrem Geliebten schwanger ist. Neben lyrischen und melancholischen Passagen zeichnet sich der Roman durch scharfe Kritik am Zeitgeist aus.

Mit „Ein Wanderer spielt mit einem Stummen“ beginnt der sozialkritische und polemische Teil von Hamsuns Werk.

„… es muss ein gewisses Maß an Bescheidenheit geben, um mit dem Leben dauerhaft zufrieden sein zu können und darüber hinaus noch etwas Neues und Gutes davon zu erwarten.“

„Das Alter verleiht keine Reife, das Alter verleiht nichts als Alter.“

„Es bedarf zweifellos eines gewissen Maßes an geistiger Leere, um dauerhaft mit sich selbst und allem zufrieden sein zu können.“

„Wenn ich Gott für das Leben danke, dann nicht wegen der größeren Reife, die mit dem Alter einhergeht, sondern weil ich das Leben immer genossen habe.“

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