BENONI
„Zwischen dem Meer und Benonis Haus erstreckt sich ein Wald. Es ist nicht Benonis eigener Wald, sondern ein großer, gemeinschaftlicher Mischwald aus Nadelbäumen, Birken und Espen. Zu einer bestimmten Zeit im Sommer kommen die Leute aus zwei Gemeinden hierher und schlagen und plündern nach Herzenslust. Wenn sie fertig sind und das Holz nach Hause gebracht haben, kehrt für den Rest des Jahres wieder Ruhe ein, und Tiere und Vögel finden wieder Frieden. Hin und wieder kommt ein paar Leute von einer Gemeinde in die andere und durchstreift den Wald. Ansonsten hat hier nur Benoni im Sommer wie im Winter freie Hand. Und Benoni wandert bei trockenem wie bei nassem Wetter, wie es ihm gefällt; er ist ein starker und standhafter Mann, der sich vor keinem Hindernis fürchtet.“
1908
Benoni (1908) ist einer von Hamsuns unterhaltsamsten und humorvollsten Romanen.
Die Handlung spielt im Handelsposten von Sirilund (wie in „Pan“ ), ist aber um die Jahrhundertwende angesiedelt. Die Hauptfigur Benoni Hartvigsen steigt vom Fischer und Postboten zum Geschäftsmann auf und nimmt dabei viele komische Züge eines Emporkömmlings an. Er umwirbt Rosa, die Tochter des Priesters, und die Liebesgeschichte zwischen Rosa und Benoni steht im Mittelpunkt des Romans.
Benoni zeichnet aber auch ein interessantes Bild der sozialen Verhältnisse in Sirilund, wo Mack mit brutaler, aber charmanter Hand regiert. Seine Ausbeutung der jungen Mädchen aus der Gegend ruft in der streng hierarchisch geordneten Gesellschaft dennoch keinen Aufstand hervor.
Die Darstellung der beiden alten Männer, Fredrik Mensa und Mons, ist vielleicht Hamsuns abstoßendste Darstellung des Alters.
„Frau Stunden und ähnliche Berufe sind heutzutage so vielfältig.“