Zuzana Sabová und Gabriela Zigová (SL)
Aufführung im Turm des Hamsunsentert, Donnerstag, 6. August
DAS HABE ICH SCHON EINMAL GESEHEN:
Kuratierter Text von Miroslava Urbanová
Das Projekt der beiden Künstler ist nicht nur eine Verschmelzung ihrer Kreativität, sondern auch eine Komposition ihrer künstlerischen Identitäten in variablen und fließenden Dimensionen, die neue Schnittstellen für unsere Existenz in digitalen Welten thematisieren. In der Multimedia-Installation lässt sich beobachten, wie die Grenzen individueller Identität verschwimmen oder wie mithilfe von KI-Werkzeugen und Rohdaten aus bestehenden Familienalben neue Erinnerungen generiert werden. Der Mensch erscheint hier als Datenquelle, als Information, die nicht nur von Marketinginstrumenten für gezielte Werbung genutzt werden kann, sondern auch von jedem Einzelnen selbst zur Entwicklung alternativer Existenzszenarien.
Zuzana Sabová (geb. 1987) ist eine slowakische bildende Künstlerin. In ihrem Werk bewegt sie sich nahtlos zwischen Zeichnung, Grafik, Skulptur und Animation und erforscht die Schnittstellen zwischen traditionellen Medien und einer zeitgenössischen Bildsprache. Dieser interdisziplinäre Ansatz entwickelte sich in langjähriger Zusammenarbeit mit Boris Vitázek. Ihre Projekte wurden auf internationalen Festivals wie der Weißen Nacht (Biela noc), BLIK BLIK (Plzeň), dem Signal Festival (Prag), dem Intervals Festival (Nizjnij Nowgorod) und dem Prisma Festival (Aveiro) gezeigt.
Seit 2020 lebt und arbeitet sie in Moravany nad Váhom, wo die umliegende Landschaft zu einer wichtigen Inspirationsquelle für ihre ortsspezifischen Installationen und Rauminterventionen geworden ist. Derzeit ist sie die Hauptorganisatorin des zeitgenössischen Kunstprojekts ARTROOMS MORAVANY, einer Initiative, die den Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst, Ort und lokaler Gemeinschaft fördern möchte.
Gabriela Zigová (geb. 1989) ist eine slowakische bildende Künstlerin, die in den Bereichen Fotografie, Performance und Installation arbeitet. Ihr künstlerisches Schaffen umfasst Fotografie, Performance und Installation. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen und dokumentarischen Ansätzen untersucht sie, wie soziale, kulturelle und politische Realitäten individuelle und kollektive Identitäten prägen. Sie nutzt die Fotografie sowohl als Dokument als auch als Ausgangspunkt und lässt die Bilder oft zu performativen und räumlichen Formen reifen. Durch den Einsatz des Körpers, gefundener Materialien und ortsspezifischer Interventionen reflektiert sie Themen wie Erinnerung, Transformation, Präsenz und Abwesenheit sowie die Spuren, die Menschen und Orte hinterlassen.
Ein Großteil ihrer Arbeit befasst sich mit Gemeinschaften, Subkulturen und temporären Orten der Zugehörigkeit und untersucht, wie Beziehungen, Rituale und gemeinsame Erfahrungen alternative Formen der Fürsorge, Resilienz und des Widerstands hervorbringen können. Ihr langjähriges Engagement für diese Themen gipfelte kürzlich in dem Fotobuch „Dancing Through the Debris“, das kollektive Erfahrungen und die transformative Kraft der zeitgenössischen kulturellen Subkultur erforscht.
Die Künstler sind Teil eines Austauschprojekts in Zusammenarbeit mit Culture SiTY, Trenčin, Slowakei. Trenčin ist die Europäische Kulturhauptstadt 2026.